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Der Uranus

 
Uranus mit Monden
Uranus mit Monden Originalgröße
27.11.2016
Uranus mit Monden
Mein erster Uranus - nicht gerade sehr erfolgreich

Der Uranus stand schon lange auf meiner Wunschliste - und vergangene Nacht war es klar genug, um mich mal ran zu wagen. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Dieser Planet ist rund doppelt so weit entfernt wie der Saturn und gleichzeitig nicht mal halb so groß wie dieser. Daher ist auch seine Helligkeit einige Größenklassen geringer. Freiäugig ist seine Helligkeit nahe der Grenze dessen, was ein sehr gutes Auge bei allerbesten Bedingungen noch sehen kann. Bei mir in Großstadtnähe ist daran nicht zu denken. Zum Glück habe ich eine GoTo-Montierung, damit richtet sich mein Teleskop - nach einer sauberen Kalibrierung - automatisch in die entsprechende Richtung. Ein Blick durch mein Teleskop - ich möchte doch mal behaupten, dass meine Geräte schon zu den etwas besseren gehören - zeigte mir einen Himmelsausschnitt mit Sternen, von denen Einer ein wenig heller erschien. Aber als Scheibchen oder Planet nicht erkennbar. Sollte das der Uranus sein?

Erst mit meinem besten Okular (9mm Brennweite, bei meinem Teleskop ca.111-fache Vergrößerung) konnte ich erkennen, dass es wirklich ein winziges Planetenscheibchen ist, und kein punktförmiger (oder unscharfer) Stern. Ich habe den Uranus gefunden. Die blassblaue Farbe konnte ich allerdings nur erahnen, weniger sehen. Oberflächendetails sind beim Uranus nur mit den ganz großen Sternwartengeräten zu erkennen, nicht jedoch mit Amateurgeräten. Ohne die GoTo-Funktion hätte ich den vermutlich nie gefunden oder als Planeten erkannt.

Ursprünglich wollte ich den Uranus mit meiner Planetencam und einer 2x Barlowlinse aufnehmen, da meine Cam eine höhere Auflösung als meine Digitalkamera hat. Aber schon ohne Barlowlinse musste ich feststellen, dass meine einfache Planetencam für den Uranus nicht empfindlich genug ist. Also wechselte ich zu meiner Canon EOS 700D. Diese hat zwar eine geringere Auflösung, aber einen weit größeren und empfindlicheren Chip und ermöglicht Langzeitbelichtungen. Doch was passiert mir ungeschicktem Menschen? Während des Kamerawechsels fällt mir das Netzteil meiner Kamera auf den Boden und ein Kabel bricht. *HRGRMPF* Schnell krame ich nach dem Kameraakku, in der Hoffnung, dass der trotz längerer Lagerzeit noch genug Saft für ein paar Fotos hat. Also schnell und hektisch ein paar Probeaufnahmen als Belichtungstest gemacht und mit den auf die schnelle am günstigsten erscheinenden Werten einige Fotoreihen geschossen bis der Kameraakku sich dem Ende neigte. An Flats war nicht zu denken.

Später, nachdem alle Geräte wieder abgebaut und verstaut waren - es zogen langsam auch ein paar Wolken auf - musste ich bei der Sichtung meines Materials feststellen, dass ich den Uranus völlig überbelichtet hatte. Mit 10 Sekunden bei ISO 100 hatte ich angefangen, aber das war schon zu viel. Die leicht bläuliche Färbung konnte ich auf diesen Bildern an einem schmalen Randbereich erkennen, aber der Rest vom Uranus war nur Weiß. Dafür tauchten bei den stärker belichteten Bildern zu meiner Überraschung die beiden Monde Titania und Oberon auf. Also zumindest ein Teilerfolg. Beim nächsten Mal (vielleicht sogar schon in der kommenden Nacht?) probiere ich den Uranus mit geringeren Belichtungszeiten, vielleicht gelingt es mir dann die Planetenoberfläche in ihrer Originalfarbe abzulichten.

Bei einer Nachbearbeitung meiner Rohbilder mit einer Belichtungszeit von 10 Sekunden tauchten noch zusätzlich die Monde Umbriel und Ariel auf, beide wurden bei der stärkeren Belichtung des vorherigen Bildes überstrahlt. Umbriel ist nur schwach im Gerätebedingten "Spike" (Strahl) des Uranus zu sehen.

Uranus mit Monden
Uranus mit Monden
28.11.2016
In der folgenden Nacht hatte ich mich erneut an den Uranus gewagt und geringere Belichtungszeiten gewählt. Leider hatte ich nicht bedacht, dass bei geringeren Belichtungszeiten keine Sterne mehr auf den Fotos erkennbar sind und damit das Stacken (aufsummieren) der Rohbilder zu einem sauberen Gesamtbild wegen fehlender Referenzpunkte nicht funktioniert. Daher kann ich hier nur ein unsauberes und stark vergrößertes Einzelbild vom Uranus präsentieren. Dafür aber in Originalfarbe. Um noch bessere Ergebnisse zu erzielen, muss ich den Uranus in der Nähe von helleren Sternen erwischen oder die Vergrößerung mit einer Barlowlinse vor meiner Kamera erhöhen. Eine entsprechende 2-Zoll-Barlowlinse steht schon auf meiner Wunschliste.


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