www.S-andrei.de
Inhalt | zur Startseite
Wissenswertes - Die Astronomie - Unser Sonnensystem - Die Planeten - Der Merkur

INHALTSVERZEICHNIS:

Vorwort

Teil I: Hobby Astronomie
 I.1 Einsteigerhinweise
 I.2 Die Geräte:
  I.2.1 Das Teleskop
  I.2.2 Die Montierung
  I.2.3 Nachführung und Guiding
  I.2.4 Newtonteleskope: die Justage
  I.2.5 Okulare, Filter und mehr
  I.2.6 Kamera & Co.
  I.2.7 weiteres Zubehör
  I.2.8 Ferngläser
 I.3 Software
 I.4 Die Beobachtung:
  I.4.1 Die Sonnenbeobachtung
 I.5 Die Astrofotografie
 I.6 Bildbearbeitung

Teil II: Die Astronomie
 II.1 Historisches
 II.2 Unser Kosmos
  II.2.1 Der Himmel
  II.2.2 Unsere Erde
  II.2.3 Unser Sonnensystem
   II.2.3.1 Die Sonne
   II.2.3.2 Die Planeten
    II.2.3.2.1 Der Merkur
    II.2.3.2.2 Die Venus
    II.2.3.2.3 Planet Erde
    II.2.3.2.3.2 Unser Mond
    II.2.3.2.4 Der Mars
    II.2.3.2.5 Der Jupiter
    II.2.3.2.6 Der Saturn
    II.2.3.2.7 Der Uranus
    II.2.3.2.8 Der Neptun
   II.2.3.3 Weitere Objekte unseres Sonnensystems
    II.2.3.3.1 Der Asteroidengürtel
    II.2.3.3.2 Transneptunische Objekte
     II.2.3.3.2.1 Der Pluto und Co
     II.2.3.3.2.2 Kuiper-Gürtel
     II.2.3.3.2.2 Oortsche Wolke
  II.2.4 Unsere Heimatgalaxie - Die Milchstraße
  II.2.5 Sterne
  II.2.6 Nebel
  II.2.7 Galaxien
 II.3 Himmelsmechanik
  II.3.1 Entfernungsbestimmung

Quellen und Literatur

   
 
Der Merkur

Diese Seiten befinden sich noch im Aufbau

Eigenschaften des Orbits
Große Halbachse: 0,3871 AE - 57,909 Mio. km
Periel - Aphel: 0,307 - 0,467 AE
Exzentrität: 0,2056
Neigung der Bahnebene: 7,00°
Siderische Umlaufzeit: 87,969 d
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit: 47,87 km/s
Physikalische Eigenschaften
Äquator-Poldurchmesser: 4.879,4 km
Masse: 3,302 * 10^23 kg
Mittlere Dichte: 5,427 g/cm^3
Fallbeschleunigung: 3,7 m/s^2
Fluchtgeschwindigkeit: 4,3 km/s
Rotationsperiode: 58 d 15 h 36 m
Neigung der Rotationsachse: 0,01°
Geometrische Albedo: 0,106
Maximale scheinbare Helligkeit: -1,9 m
Eigenschaften der Atmosphäre
Druck: 10^-15 bar
Temperatur (Min. - Mittel - Max): 100 K (-173 °C) - 440 K (+167 °C) - 700 K (+427 °C)
Hauptbestandteile: Sauerstoff (42%), Natrium (29%), Wasserstoff (22%), Helium (6%), Kalium (0,5%)
Sonstiges
keine Monde
auf Wikipedia
Allgemeines

Benannt wurde der Merkur nach dem römischen Gott Mercurius, der mit dem griechischen Gott Hermes dem Götterboten, Gott der Händler und Diebe, gleichgesetzt wird. Mit seinen rund 4.880 km Durchmesser ist er der kleinste als Planet geltende Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Das ist etwas größer als der Durchmesser unseres Mondes (3.476 km) und etwa ein Drittel vom Durchmesser unserer Erde (ca. 12.730 km). Er ist sogar kleiner als der Jupitermond Ganymed oder der Saturnmond Titan. Gleichzeitig ist er der sonnennächste Planet, sein Sonnenabstand beträgt grob 0,3 AE oder 57 Millionen km. Damit ist er folglich - nach den Keplerschen Gesetzen - auch der schnellste Planet unseres Sonnensystems bei seinem Umlauf um die Sonne. In einer Sekunde legt er auf seiner Umlaufbahn im Mittel 47.360 m zurück, das ist weit schneller als der Schall in Luft (332 m/s), jedes Überschallflugzeug (ca. 700 m/s) und jedes Geschoss (Gewehrgeschoss: 870 m/s). Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er rund 88 Tage (siderisch), das Merkurjahr ist also rund 1/4 unseres Jahres. Dafür ist der Merkurtag - eine Drehung um seine eigene Achse - mit 58 Tagen weit länger als auf der Erde. Seine Rotationsachse steht fast senkrecht auf seiner Bahnebene. Dafür ist seine Bahn um die Sonne sehr stark Elliptisch - in astronomischen Sinne gesehen. Würde man die Bahn auf einem Blatt Papier einzeichnen, könnte man die Abweichung zu einem Kreis ohne nachzumessen nicht bemerken. In den meisten Grafiken ist die Ellipsenform zur Verdeutlichung immer stark übertrieben. Auch die Lage der Ellipse verschiebt sich relativ stark. Die Neigung der Bahnebene zur Ekliptik beträgt 7,00°, das ist die stärkste Bahnneigung aller unserer Planeten.

Aussehen und Oberfläche

Von der Erde aus ist eine genaue Beobachtung durch die Sonnennähe und seine geringe Größe sehr schwierig. Angeblich soll Nikolaus Kopernikus auf seinem Sterbebett bereut haben, den Merkur trotz aller Bemühungen niemals in seinem Leben gesehen zu haben. Das dürfte jedoch eher in den Bereich der Fabeln gehören, sogar ich habe den Merkur schon mit bloßem Auge sehen können. Allerdings ist er wirklich nur sehr schwer zu sehen. Freiäugig erscheint er als winziger heller Punkt mal vorlaufend zur Sonne und mal nachlaufend. Mit der Erfindung des Teleskops konnte der Merkur auch tagsüber beobachtet werden und es wurden seine Phasen - ähnlich der Mondphasen die bei den inneren Planeten Merkur und Venus zu sehen sind - zuerst von Giovanni Battista Zupi 1639 (30 Jahre nachdem Galileo Galilei sein erstes Fernrohr gebaut hatte) und später von Johannes Hevelius 1644 beobachtet. Oberflächenstrukturen können auch mit besseren Amateurteleskopen nicht erkannt werden, auch meine eigenen Versuche den Merkur mit meinem Teleskop zu fotografieren (hier) sind bislang nicht sehr erfolgreich gewesen. Erst Großteleskope und Satelliten zeigen die kraterübersähte mondähnliche Oberfläche. Der Merkur zeigt keine Abplattung, ist also - bis zur Oberflächenstruktur selber - eine sehr runde Kugel. Die hohe scheinbare Helligkeit kommt nur durch die geringe Entfernung zur Sonne zustande, die Merkuroberfläche selbst ist dunkler als Asphalt, seine geometrische Albedo (die Fähigkeit Licht zurückzuwerfen) beträgt 0,106. Die Oberfläche zeigt Spuren einer Schrumpfung vom Planeten und von Vulkanismus, die Krater auf der Oberfläche sind bislang jedoch als Impaktkrater (Einschlagskrater) und nicht als Vulkankrater eingestuft. In einigen Kratern an den Polregionen gibt es einige Indizien für Eis.

Atmosphäre, innerer Aufbau und Physikalisches

Die Atmosphäre des Merkur würde man auf der Erde als Vakuum bezeichnen - sie ist mit einem Druck von 10^-15 bar so dünn, dass man allgemein sagt, dass der Merkur keine Atmosphäre hat. Hauptsächlich besteht seine Atmosphäre aus Sauerstoff, Natrium und Wasserstoff die vermutlich aus dem Gestein ausgasen.

Die dünne Atmosphäre und die Sonnennähe sorgt dafür, daß sich die Oberfläche auf der Sonnenseite sehr stark auf 700 K (+427 °C) aufheizt. Auf der Nachtseite kann die Wärme ungehindert in den Weltraum abstrahlen, so dass die Nachtseite mit 100 K (-173 °C) sehr kalt ist. Die langsame Eigenrotation kann diese Temperaturunterschiede nicht merklich ausgleichen.

Die mittlere Dichte des Merkur ist mit 5,427 g/cm^3 nur gering kleiner als die unserer Erde, damit gehört der Merkur zu den Gesteinsplaneten. Die Fallgeschwindigkeit an seiner Oberfläche beträgt 3,7 m/s^2, ist also nur grob ein Drittel der Fallgeschwindigkeit unserer Erde. Seine vermutlich sehr dünne Kruste besteht aus Felsspat, darunter liegt ein Silikatmantel. Im Inneren hat der Merkur einen vergleichsweise sehr großen inneren Kern aus Eisen-Nickel, der vermutlich sogar größer ist als der Erdenmond. Er hat als einziger Gesteinsplanet neben der Erde auch ein Magnetfeld, dieses ist jedoch nur ein hundertstel so Stark wie das unserer Erde. Einen Strahlungsgürtel um den Planeten gibt es anscheinend nicht.

Merkurtransit

Eine Besonderheit von Merkur und Venus ist, dass Sie zwischen Erdbahn und Sonne liegen, so dass sie bei bestimmten Bedingungen von der Erde aus gesehen vor der Sonnenscheibe vorüberziehen. Beim Merkur kommt das nur 13 oder 14 Mal pro Jahrhundert vor. Den letzten Merkurtransit vom 09.05.2016 konnte ich beobachten, mein Bericht dazu ist hier zu finden. Der nächste Merkurtransit findet am 11. November 2019 statt.

Merkur und die Relativität

Je genauer die Planetenpositionen bestimmt werden konnten, desto mehr traten bei den Bahnbewegungen vom Merkur gleichmäßige Abweichungen von den theoretisch berechneten Positionen auf. Da berechnete Positionen anderer Himmelskörper korrekt waren, mussten die Abweichungen beim Merkur andere Ursachen haben. Anfangs vermutete man einen weiteren Planeten innerhalb der Merkurbahn, dieser konnte jedoch trotz intensiver Suche und ausreichend genauer Geräte nicht gefunden werden. Daher vermutete man, dass der Raum zwischen Merkurbahn und Sonne mit Staub gefüllt ist, der ebenfalls diese Abweichungen verursachen könnte. Ein Hinweis auf diesen Staub ist das sogenannte Zodiakallicht (Erklärung an anderer Stelle). Genaue Berechnungen ergaben dann jedoch, dass die Staubdichte in diesem Bereich zu gering und die Staubteilchen zu klein sind. Damit hatte man lange Zeit keine Erklärung für die von der Theorie abweichende Bahn des Merkur. Bis schließlich Albert Einstein die Relativitättheorie erdachte und 1915 veröffentlichte. Durch die Sonnennähe des Merkur - genauer durch das Gravitationsfeld der Sonne - treten nach dieser Theorie relativistische Effekte auf, die zu Veränderungen der Merkurbahn führen. Die Berechnung nach Einstein ergibt die korrekten Bahnpositionen bis auf die heute erreichte Messgenauigkeit, was als eine von vielen Bestätigungen der Relativitätstheorie gilt. Bei den weiter außen liegenden Planeten ist die Wirkung ungleich schwächer, so dass diese erst in der Neuzeit - ebenfalls in Einklang mit Einsteins Theorie - gemessen werden konnten.

---> Weiter geht's mit Die Venus


erstellt von www.S-Wandrei.de
Besuchen Sie mich auf Facebook: http://www.facebook.com/stefan.wandrei
auf Google+: http://plus.google.com/108745962160737007984
auf Twitter: http://twitter.com/Stefan72m


WERBUNG